Universal Search verändert das Nutzerverhalten

Wenn man im Rahmen einer Präsentation oder eines Seminars über die Wichtigkeit der Suchmaschinenoptimierung referiert, kommt man meist nicht umher, darzulegen, warum es so außerordentlich wichtig ist, auf einer der Top-Positionen in den Suchergebnisseiten zu stehen, wenn man mit seinem Webauftritt für die Welt sichtbar sein will.

Das funktioniert auf zweierlei Weisen; zum einem kann man Statistiken zum Klickverhalten vorbringen, nach denen sich über 40% der Nutzer für das erste Ergebnis entscheiden, nur weniger als 10% das Zweite wählen und bereits ein als vernachlässigbar zu bezeichnender Teil überhaupt auf die nächste Seite schaut. Besonders schön wird das durch einschlägig bekannte Heatmaps verdeutlicht, die eine, goldenes Dreieck genannte, Konzentration der Aufmerksamkeit des Nutzers auf die zentralen Adwords, die ersten organischen Ergebnisse und eventuell die oberste der rechten Adwords Einblendungen belegen.

Klasse mag man denken, SEO vor! Endlich mal wieder ein Beispiel für „survival of the fittest“ in einer überregulierten Welt. Doch Google möchte schon die ganze Suchergebnisliste und nicht nur die ersten drei Treffer präsentieren. Damit das in Zukunft besser gelingt, gibt es für relevante Suchbegriffe die Universal Search. Eine Technologie, die Google eingeführt hat, um das Siloing in den Ergebnislisten einzudämmen. Wenn immer es passt, bekommt ma neben den Webtreffern auch Ergebnisse anderer Google-Produkte präsentiert: Videos, News, Shopping, Bilder usw.

Na super, meint da mancher, Google will jetzt mit seinem Kram auch noch meine sowieso schon hart erarbeitet Top-Platzierung eindampfen, aber da steckt mehr drin. Wie man in der zweiten Heatmap erkennen kann, ändert die Präsenz von Bildern und Texten, die also das übliche Nurtext-Format durchbrechen, das Rezeptionsverhalten der Nutzer.

bild2_.jpgWährend man immer noch wie gewohnt, seinen Fokus auf die linke obere Ecke richtet, springt das Auge plötzlich (in unter einer Sekunde nach Darstellung der Seite) auf die angebotenen Bilder. Tendenziell folgt darauf umgehend eine Kontrolle des zum Bild angebotenen Inhalts (rechts daneben). Das Bild in den SERPs ist etwas besonderes, deshalb funktioniert das. Mag sein, dass wir uns daran gewöhnen und in ein paar Jahren schreibe ich darüber, dass dies nicht mehr funktioniert. Das eigentlich Beachtliche daran ist aber der Fakt, dass wir nicht (nicht immer) zurück zur Spitze der Liste springen, sondern nun die Ergebnisse um das Eye-Catcher-Element wahrnehmen.

Das Resultat ist keine Abkehr von der Wichtigkeit einer Top-Platzierung, aber durchaus eine Lockerung dieser Regel. In den durchgeführten Untersuchungen wurde den Ergebnissen unter- und oberhalb der besagten Elemente mindestens die gleiche Aufmerksamkeit zuteil. Das muss nicht, kann aber von Google durchaus beabsichtigt sein.

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