SMX München Recap

smx-muenchen.gifDie SMX hat mittlerweile der SES deutlich den Rang als “DIE Konferenz für Onlinemarketing” abgelaufen. Dies war an den Besucherzahlen, der Auswahl an Referenten und der Qualität der Vorträge deutlich ablesbar. Wohltuend war, dass in den Vorträgen und Panels kaum Promotion von Agenturvertretern für deren Leistungen erfolgte, sondern die Themen bearbeitet wurden. Dies ist auf der SES deutlich anders gelagert.
Nun aber zu den Eindrücken, Erfahrungen und Learnings von der SMX: …smx-rand-fishkin.jpgIn der ersten Keynote zeigte Rand Fishkin (SEOmoz) Strukturen des Webs auf, die er auf der Datenbasis (44 Billionen gecrawlte Seiten) von Linkscape ermitteln konnte. Interessant war unter anderem, dass nach deren Daten 2,5% aller gecrawlten Links ein Nofollow Attribut besaßen und 73% der Nofollow Links bei interner Verlinkung auftreten.
Rand versucht in der Bewertung von Verlinkungen ähnlich vorzugehen wie Google (so seine These) und bildete dazu ein Seed von etwa 200 Domains (A) denen er sehr hohe “Trust Werte” vergab. Von dieser Basis ausgehend bildet er in einer Berechnung den “Abstand” einer Domain (B) durch ein Scoring ab, um den Wert eines Links von einer Domain (b) zu berechnen und beurteilen zu können, wie wesentlich dieser für eine zu optimierende Domain (C) werden könnte.
Auf für eine Keynote übliche Aspekte wie einen Marktüberblick, Perspektiven oder Trends für den Markt ging Rand leider nicht ein – dafür stand sein Tool Linkscape deutlich im Mittelpunkt ;-) .

Der erste Tag hatte neben einer weiteren Keynote von Stefan Weitz (Director Live Search, Microsoft) einen Schwerpunkt im Bereich InHouse SEO. Dabei wurde in den 4 (+4) Präsentationen von G+J, Focus, SZ, Autoscout,…  deutlich, welche langen Wege ein InHouse SEO gehen muss, um simpelste Dinge zu erreichen (auf einen H1 Tag wartet man bei T-Mobile 18 Monate) und wieviel politisches Fingerspitzengefühl und interne Vernetzung nötig sind, um seine Ziele zu realisieren. Es wurde aber auch deutlich, dass InHouse SEOs das Zusammenspiel mit Agenturen suchen, um nicht betriebsblind zu werden und um Inspiration zu erhalten. Steil war die Äußerung von Joachim Glaubrecht (G+J): Der Einkauf von Traffic durch Adwords oder aus anderen Kanälen führt zu einem besseren Ranking in Google. Die Begründung führte er über die Auswertung des Userverhaltens über die Google Toolbar. Ich sehe hier eher Mythologie als Fakten. Google besitzt die Daten, welche Links von Usern geklickt werden schon recht lange (onmousedown=”return clk(this.href,”,”,’res’,'8′,”)”) und Analysen konnten bisher hier keinen Zusammenhang belegen.

Stefan Weitz präsentierte recht interessante Daten aus dem Research von Microsoft über das Userverhalten bei der Suche:
25% der Suchmaschinen-User sind mit dem zuerst angeklickten Suchergebnis zufrieden – alle anderen kommen zurück und spezifizieren ihre Suche im Schnitt drei mal. Dies bedeutet letztlich passen die von Suchmaschinen präsentierten Inormationen über eine Seite (Title und Snippets) recht selten zum eigentlich gesuchten. Nur den Traffic zu betrachten, der von einer Suchmaschine kommt, reicht hier nicht aus. Um die Usererfahrung auf der Landingpage zu verbessern, sollte im SEO auch die Art und der Inhalt der zu einer Seite gegebenen Information beurteilt und gesteuert werden. Hier besteht ein hohes Potential zur Steigerung der PIs einer Site.
Die folgenden Bilder belegen recht eindeutig, in welche Richtung eine Entwicklung nötig wird, die auch eine bisherige Beurteilung des SEO Erfolges verändern würde:

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Parallel zur Live Session Webmasters on the Roof sprachen Nina Baumann (onetomarket) und Thomas Promny über das SEO Lieblingsthema Linkbuilding. Bezeichnend war, wie auch für andere Sessions zu diesem Themenbereich am zweiten Tag der SMX, die Abkehr von bisherigen Methoden des Linkbuildings über Linkmarktplätze der Weg über Linkbait Aktionen. Die Beispiele gingen von klassischen Methoden wie Gewinnspiele über Linkbaits zu Buzzthemen (Globale Erwärmung) bis zu skurilen Methoden wie eine Geschlechtsumwandlung (Mikkel deMib) – der SEO Markt in Dänemark scheint in einer verzweifelten Lage zu sein ;-) .

Interessant war die überraschte Reaktion von Rand Fishkin in der Live Session, als er hörte, dass
SMO im deutschen Markt noch keine Effektivität besitzt wegen fehlender Sozialer Plattformen wie Digg & Co. Der US Markt hat sich auf die verschiedenen Social Media Plattformen eingestellt und nutzt die damit verbundenen Möglichkeiten im Linkbuilding exzessiv. Und nicht von ungefähr kamen die Beispiele für erfolgreiche Linkbaits aus dem US Markt. Eine Möglichkeit für Social Media Optimization sah Fishkin für den deutschen Markt jedoch in den Plattformen Facebook und Twitter. Die nächsten Monate könnten spannend werden, wenn es Facebook gelingt seine Marktanteile weiter zu steigern und der Twitter Hype ebenso weiter geht.
Die aktuelle Meldung auf der FAZ macht da Hoffnung und zeigt einen Anstieg von 109.000 (08/2008) auf 348.000 (02/2009) Twitter Nutzern im deutschen Markt. Aktiv sollen allerdings lediglich zwischen 30.000 und 50.000 Deutsche bei Twitter sein.
Im US Markt zeigen aktuelle Analysen einen Abbruch des Interesses an Twitter, an den Social Media Plattformen und an Online Vernetzung. Eine eher psychologische Bewertung:

Menschen sind neurologisch so angelegt, dass sie nach Vernetzung streben, online wie offline, erklärt der Professor für Neurowissenschaften an der Universität Richmond, Craig Kinsley. Aber ihr Gehirn macht auch Unterschiede bei der Qualität der Interaktion. «Viele flüchtige Kontakte können beim User das Bedürfnis nach einem tieferen Austausch mit größerer Bedeutung wecken», sagt Kinsley.

Daher ist die Entwicklung recht offen für die Zukunft und den SMO Möglichkeiten auf dieser Plattform im DE wie im US Markt.

Wenn ich einen Tipp über den Impact dieser SMX in die SEO Szene geben sollte, würde ich darauf setzen, dass viele SEOs sich der Universal Search annehmen werden, da hier wesentlich einfacher optimiert werden kann als in den normalen SERPs.

Weitere Berichte und Videos zur SMX findet man auf verschiedenen Blogs

Weitere Themen:
SEOcampixx: ein weiterer recap

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2 Tage Search Marketing Expo (SMX) in München sind vorbei

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Recap Online Marketing Konferenz Bielefeld 2016 (OMKB)

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3 Responses to “SMX München Recap”


  1. 1 Thomas

    Interessant wäre hierbei natürlich noch der Name der Microsoft Studie gewesen.
    Habt ihr da vielleicht noch ein paar Infos dazu?

    Grüße

  2. 2 Mr. T

    Super Zusammenfassung der SMX mit tollen Berichten, leider war ich nicht persönlich da aber der hier vermittelete Eindruck zeigt das der Trend solcher Veranstaltungen mehr und mehr an Bedeutung gewinnt und sorgt für Wehmut nicht da gewesen zu sein.

    Super Bericht

    Gruß
    Mr. T

  3. 3 Dan

    Oder das solche Veranstaltungen mehr umd mehr aussterben (siehe OMD). Finde ich aber auch nicht übel, besser nur ein paar wenige (richtig gute) Veranstaltungen anstatt nen Haufen, wo man gar nicht mehr weiss (und die Zeit hat) an welcher man nun teilnehmen soll. Daher lobe ich mir ja auch solche “recappen” wo man einen kleinen Über- & Einblick bekommt was man (nicht) verpasst :)

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