Qualität ist das non plus ultra bei Google

Udi Manber, einer der Chefkonstrukteure von Googles Suchmaschinenalgorithmen stellte sich am Mittwoch im Popular Mechanics Blog 20 (seltenen) Fragen und gab dabei Einblicke in die Herangehens – und Denkweise bei Google.
Er hebt hervor, dass sich das Suchverhalten der Nutzer seit den ersten Suchmaschinen grundlegen geändert hat. Während die Leute früher froh, gar erstaunt gewesen wären, wenn Sie tatsächlich fanden wonach sie suchten, sind sie heute enttäuscht, wenn sie nicht umgehend voll zufriedengestellt werden.

Auch die Komplexität der Suchen hätte eine Evolution durchgemacht, so Manber. Heutzutage würde nach präzise Antworten auf konkrete Fragen gesucht, was sich in den Suchanfragen abzeichne. Sollte die Suchanfrage nicht sofort die gewünschten Ergebnisse bringen, wird die Suche in Details verändert, um dem Gesuchten näher zu kommen. Google reagierte bereits auf dieses Verhalten, indem es am Ende der SERPs alternative oder prominente Suchanfragen vorschlägt.

Um all das gewährleisten zu können, ist es nötig den Algorithmus immer ausgefeilter zu gestalten. Etwa 450 Mal pro Jahr werde momentan am Algo gefeilt. SERPs würden nicht händisch korrigiert, so der Google VP, sondern der Algorithmus so angepasst, dass vermeintlich Fehler in den SERPs korrigiert werden könnten.

Dabei macht er anhand von Beispielen klar, wie geringfügige Fehlinterpretationen einer Suchanfrage zu komplett unpassenden Ergebnissen führen. So bringe etwa die Anfrage nach New York Times address zunächst die Adresse des Büros der New Yorker Tageszeitung auf den Plan, der Suchende war aber hinter einer Adresse her, die in einem Beitrag der Zeitung veröffentlicht wurde. Aufgrund der Ausgereiftheit und Vielseitigkeit, mit der die Algorithmen mittlerweile arbeiteten, wurde auch dieser Treffer auf der ersten SERP angeboten. Genau das sei es, wonach die Nutzer heute verlangten.

Dabei kamen auch die bei Google angelegten und durchaus umstrittenen User Profiles zur Sprache. Manber hob hervor, diese würden zu einer benutzerspezifischen wenn auch geringen Verbesserung bzw. Veränderung der Suchergebnisse beitragen. Wer dass nicht will, könnte seine History jederzeit einschränken oder löschen. Den gerechtfertigten Anspruch auf Privatsphäre oder gar Anonymität auf der einen und der Erwartung einer effektiven Suche auf der anderen Seite sieht er dabei durchaus als ausgewogen an. Der Nutzer habe schließlich die Wahl, wie viel er über sich preisgeben und speichern lassen will.

Außerdem wurden das Durchsuchen so genannter Social Network Profile und die damit einhergehende Einhaltung der Wünsche des jeweiligen Nutzers, die Integration des googleeigenen Übersetzers in den Suchprozess und die Anpassung der SERPs abhängig vom Nutzerclient thematisiert sowie die strikte Trennung von Werbung und echten Suchergebnissen angesprochen.

Auch hier gab Manber die erwarteten Antworten: Man arbeite mit aller Kraft an für alle Seiten zufriedenstellenden Lösungen. Wirklich in die Karten schauen ließ er sich natürlich nicht, aber manchmal ist es auch schon hilfreich Herangehensweisen einmal von der anderen Seite zu sehen.

Weitere Themen:
Leider sind zu diesem Thema keine weiteren Inhalte vorhanden

0 Responses to “Qualität ist das non plus ultra bei Google”


  1. No Comments

Leave a Reply