Google Eye Tracking Analyse wiederspricht eigener Darstellung

Google veröffentlichte am 06.02.2009 eine neue Eye-Tracking Studie zum Nutzungsverhalten der Google Suche. Dabei überrascht das Ergebnis im Vergleich zur Eyetracking Analyse, welche bei den “Werbematerialien von Google AdWordse” veröffentlicht wurde.

Ziel der neuen Untersuchung war es den Einfluss der Universal Search Integrationen (Google Base, Local, Video, News, Video und Google Blogsearch) auf das Suchverhalten und die Wahrnehmung der Suchergebnisse auszuwerten. Als potentielle Bereiche der Weiterentwicklung wurden zwar nur Google News und Google Images direkt genannt denn bei der Integration in den SERPs war das Universal Search Team zufrieden. Die Ergebnisse lassen jedoch schon Fragen nach dem Grad der Zufriedenheit entstehen, denn sie zeigen dass User sich von der Integration von Bilder und Videos im Suchverhalten nicht ablenken lassen. Dies kann darin liegen, dass Bilder schneller nach Relevanz beurteilt werden können als Text – aber auch daran, dass User in den normalen Suchergebnissen eher Antworten auf ihren Fragen erwarten oder aber in der Art der Integration, die noch verbesserungswürdig sein könnte.

Zuerst aber mal zu den Ergebnissen der neuen Untersuchung:

  1.  User nehmen  sich im Durchschnitt kaum eine Sekunde Zeit um das Suchergebnis zu nach Relevanz zu “scannen”.
  2. Die Integration von Bildern (Google Images und Google Video) ziehen nicht soviel Aufmerksamkeit auf sich wie es  Eye-Trackingstudien von einigen SEO und Resarch Agenturen glauben machen wollen.
  3. Im Zentrum der Userwahrnehmung stehen noch immer die ersten beiden Suchergebnisse – Golden Triangle.
  4. Adwords Anzeigen werden deutlich weniger wahrgenommen als von Google in den Eye-Tracking Untersuchungen der Studien zu “Full Value of Search” veröffentlichte.

 Interessant wird die neue Studie im Vergleich mit den Darstellungen des Eye-Tracking in der Studie “Full Value of Search” und der darin vorgenommenen Bewertung der Relevanz von AdWords Anzeigen zur Traffic-Generierung. Im Video zur neuen Studie wurde zwar eine Google Ergebnisseite untersucht, die keine AdWords beinhalteten, jedoch in den folgenden Screenshoots sind sehr wohl solche SERPs untersucht worden. Während im Eye-Tracking der “Full Value of Search” Studie von einem Wahrnemungsfaktor von 50% für die erste AdWordsanzeige ausgehen konnte geht im neuen Eye-Tracking der Wert gegen 0%.

 Vergleich der Eye-Tracking Resultate:

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Eye-Tracking der Full Value of Search Studie.

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Userverhalten und Wahrnehmung der Suchergebnisse
nach Betrachtungszeit (Full Value of Search Studie).

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Neue Google Eye-Tracking Analyse mit AdWords Anzeigen

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Heatmap der neuen Studie – Golden Triangle

Der Bereich Universal Search nahm in SEO Konferenzen des letzten Jahres einen deutlichen Raum ein. Dabei bezogen sich die meisten Vorträge auf Untersuchungen von Gord Hotchkiss CEO von Enquiro – dessen Heatmaps fanden sich in jedem zweiten Vortrag wieder. Der Tenor der Vorträge lag in der Bedeutung von Platzierungen innerhalb der Universal Search als SEO Strategie zur Trafficgenerierung. Die Ergebnisse der neuen Eye-Tracking Untersuchung lassen schon Fragezeichen zu diese Einschätzungen entstehen.
Da wir gute Erfahrungen und Trafficsteigerungen durch Platzierungen in den Diensten der Universal Search generieren konnten, komme ich in der Beurteilung der neuen Studie allerdings zu einem anderen Schluss: Die Parameter der neuen Analyse waren zu speziell um einen Vergleich mit den Analysen von Enquiro zu erlauben. Unsere eigenen Analysen belegen diese Annahme recht deutlich.  Daher sollte man nach meiner Einschätzung die neue Analyse nicht zur Beurteilung der Relevanz der Universal Search heranziehen.

Für den Bereich Suchmaschinenoptimierung sehen die Ergebnisse der neuen Eye-Tracking Untersuchung sehr positiv aus und decken sich mit unseren Werten. Im SEO dreht es sich  weiterhin um die ersten Plätze in den Suchergebnissen.

Eine Bewertung der Diskrepanz in der Wahrnehmung der AdWords in den unterschiedlichen Analysen führe ich ebenso auf die Parameter der neuen Studie zurück. Je nach Markt und Themenbereich ist durch AdWords eine höhere Conversion wie auch hohe Traffic Werte erreichbar als durch Platzierungen in den normale Suchergebnissen. Aussagekräftig werden solche Analysen erst, wenn die genauen Parameter bekannt sind und Analysen über ein breites Spectrum an Märkten und Suchbegriffen erfolgt.

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