3 Highlights der SEMSEO

Am Freitag fand mal wieder die SEMSEO in Hannover statt und eröffnete damit die Riege der SEO-Events für das neue Jahr 2010, zu denen auch die SEO-Campixx, SES und SMX gehören. Auch wenn man immer mit der Sorge zu solchen Konferenzen fährt, dass die Referenten eh wieder nur die gleichen Folien von bisherigen Events zeigen, bewahrheitet sich das zum Glück nicht immer. So hatte auch die SEMSEO einige News zu bieten, auch wenn nicht jede davon schon auf dem Programm stand.

Ein Highlight war sicher der Beitrag von Prof. Dr. Mario Fischer, der sich fachlich über die Tücken des Linkaufbaus in Zusammenhang mit Reputation-Management ausgelassen hat. Auch wenn viele Punkte, wie beispielsweise das Verhältnis von IP-Pop zu Domain-Pop, InTextLinks oder die Index-Steuerung via noindex, follow keine neuen Erkenntnisse waren, schwingte im ganzen Part der Apell zur Kreativität beim Linkaufbau mit. Den einfachen Weg gibt es da einfach nicht. Ideen sind gefragt. Kreative, witzige und authentische Ideen wie beispielsweise auch sein SEO-Witz. Der Witz hat zwar im Plenum für viel Gelächter gesorgt, das eigentliche Highlight war aber die Info, dass es künftig eine Zeitschrift zum Thema Suchmaschinenoptimierung geben wird. Die Publikation wird dabei von Professor Fischer alle 2 Monate herausgegeben und trägt in Analogie zu seinem Fachbuch den Titel WebsiteBoosting. Als Autoren konnte er auch einige Hochkaräter aus der Branche gewinnen und in der ersten Ausgabe soll auch ein Interview mit Matt Cutts, dem Google Sprachrohr, enthalten sein. In meinen Augen ist die Fachzeitschrift sicher ein weiterer Schritt zur Professionalisierung der Branche und Thematik. Gibt es bislang nur wenige Publikationen, die in gewisser Kontinuität erscheinen wie beispielsweise der Suchradar, der aber auch nur als PDF unterwegs ist und nicht in den Bibliotheken der Hochschulen liegt, erhoffe ich mir von der neuen WebsiteBoosting sowohl praxisrelevante CaseStudies als auch wissenschaftlich fundierte Artikel.

Das zweite Highlight war sicher die Präsentation von Uwe Tippmann (Geschäftsführer vom Event-Veranstalter Abakus). Die Vorstellung war zwar nicht so unterhaltsam wie von Mario Fischer, interessant war aber, was vorgestellt wurde: SEODiver.com – Ein neues SEO-Tool von ABAKUS. Wow, noch ein Tool für den deutschen SEO-Markt, wird jetzt sicher der eine oder andere denken. Ist ja nicht so, dass es mit Sistrix, Searchmetrics und SEOlytics nicht schon 3 Premium-Tool-Suiten gäbe.  Ist da überhaupt noch Platz für einen weiteren Anbieter? Ja, würde jetzt sicher Uwe sagen, der den Ansatz für die Datenbasis herausstellte. Im Gegensatz zu anderen Tools am Markt, die eher mit einem theoretischen Ansatz (Keyword-Pool mit Suchverhalten und skalierten Werten) einen bestimmten Relevanz- oder Reichweite Wert berechnen, stellte Uwe den praktischen Ansatz von SEOdiver in den Vordergrund. Denn die Daten für den SEOdiver werden von einem User Panel, also surfenden, suchenden und clickenden Menschen geliefert, die dann anonymisiert ausgewertet werden. Die Hauptvorteile sieht Uwe dabei primär in der tagesaktuellen Datenerhebung, so dass auch neue Themen und Produkte schnell erfasst werden sowie in der Natürlichkeit des Suchverhaltens. Aktuell hat das Tool, das sich noch in der Alpha-Phase befindet, ca. 18 Mio. Domains und kontinuierlich werden es mehr. Im Keyword-Pool sind ca. 200 Mio. Phrasen, wovon 39 Mio. deutschsprachig sind. Wie valide und belastbar die Daten aus diesem Tool wirklich sind, muss jeder sicher für sich selbst prüfen. Leider hält sich Abakus sehr bedeckt bei der einzigen Frage zur Größe und Qualität des User-Panels, die dann noch aus dem Plenum gestellt werden konnte. Mehr als einen lapidaren Einzeiler „Die Qualität ist super und das Panel ist riesig.“, konnte man Uwe nicht entlocken.  Wer es selber prüfen möchte, kann das in ca. 10 Wochen ab 99 Euronen pro Monat selber testen.

Das dritte Highlight – ja das ist schwer. Weil richtig schlecht war diesmal wirklich nichts. Sowohl die Einblicke von John Müller (Google Webmaster Trend Analyst) über den Indexierungsprozess mit Hilfe von XML SItemaps, als auch die“ Ticks von Bing“ präsentiert von Andreas Bode waren hoch interessant. Aber auch die Einblicke vom Inhouse-SEO über die Organisation von Prozessen in großen Unternehmen sind nicht nur für Inhouse-SEOs wichtig, sondern vor allem auch für Agenturen, die mit großen Kunden und Konzernen zusammenarbeiten. Hier wirklich SEO als erfolgsentscheidenden strategischen Faktor in die Produkt- und Marketingpolitik zu integrieren und entsprechende Wahrnehmung beim Management zu forcieren, ist  mit viel Argumentation und Kommunikation verbunden. Und last but not least ist die SEO Klinik mal wieder ein sehr unterhaltsamer Punkt gewesen. Vielen Dank dafür, dass es wieder so mutige Teilnehmer gab, die ihre Projekte den kritischen Blicken und Kommentaren einiger SEO Gurus ausgesetzt haben.

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SEO Veranstaltungen 2009

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